Bier abfüllen und karbonisieren im Fass – Einstieg ins Kegging

Kegging

Als Alternative zur Flaschenabfüllung kannst du selbst gebrautes Bier auch in ein Fass (engl.: „Keg“) füllen. Welche die besten Methoden zum Abfüllen von Bier ins Fass sind und wie die Zwangskarbonisierung im Keg funktioniert sowie weitere nützliche Tipps rund ums Thema „Kegging“ findest du im folgenden Blog.

Ausstattung und Vorbereitungsmaßnahmen

Für das Zapfen von Fassbier sind ein gereinigtes und desinfiziertes Fass, eine CO2-Flasche und dazu passender Druckminderer notwendig. Auch wenn du das Bier mit Speise oder Zucker karbonisiert, ist für das Zapfen CO2 notwendig, da ansonsten das Bier stark aufschäumt und es unzureichend aus dem Fass gedrückt wird.
Um das Bier so gut als möglich vor Sauerstoffeintrag („Oxidation“) zu schützen, ist es empfehlenswert, wenn du das Keg bis zum Rand voll mit Wasser füllst, verschließt und mithilfe von CO2 das Fass wieder leer zapfst. Somit wurde das Keg mit CO2 „gespült“. Durch dieses Vorgehen ist sichergestellt, dass kein Sauerstoff mehr im Keg ist, das nun bereit ist, befüllt zu werden.

Wie voll soll ich mein Keg befüllen?

Ähnlich wie beim Abfüllen in eine Flasche solltest du auch ein Keg nicht randvoll befüllen. iKegger-Fässer sollten maximal bis zur außen gezeichneten Markierung, NC-Kegs maximal bis etwa 1 cm unter dem CO2-Stift befüllt werden.

Wie fülle ich mein Bier ins Keg ab?

Einfaches Abfüllen

Die einfachste Art, das Bier ins Keg zu füllen, ist das Bier vom Gärtank in das offene Keg zu schlauchen. Wenn du das Fass davor mit CO2 gespült hast (siehe Vorbereitungsmaßnahmen), musst du vor dem Öffnen des Deckels unbedingt den Druck mittels Ziehen des Überdruckventils ablassen.

Nach dem Befüllen wird das Keg wieder verschlossen. Um den Sauerstoffeintrag ins Bier niedrig zu halten, muss das Bier ohne „Plätschern“ in das Fass geschlaucht werden. Der Schlauch, der vom Gärtank in das Keg gelegt wird, sollte dabei bis zum Kegboden reichen. Um die Dichtheit des Kegs zu garantieren, sollte nach dem Verschließen des Kegs ein Druck von 1 Bar gegeben werden.

Abfüllen ins Keg über die Bierleitung

Die beste Methode, um beim Abfüllen den Sauerstoffeintrag ins Bier zu minimieren, ist das Abfüllen über die Bierleitung. Dabei wird der Deckel des Kegs während des Abfüllens nicht geöffnet.

Druckloses Abfüllen ins Keg

Ein gute Möglichkeit, sein Bier mit so wenig Oxidation als möglich ins Fass zu füllen, ist das drucklose Umschlauchen aus dem Gärtank über das Getränke-Ventil des Kegs.

Dafür brauchst du lediglich das Umschlauchset. Dieses ist sowohl mit den 9,45L NC-Soda-Keg, 19L-NC Soda-Keg wie auch mit dem iKegger Standard Zapfsystem und iKegger Premium Zapfsystem kompatibel.

Nachdem der Gärtank und das Keg mit dem Abfüllset miteinander verbunden wurden, kann der Auslaufhahn geöffnet werden. Durch das einfließende Bier entsteht ein Überdruck im Keg, der mittels Ziehen des Überdruckventils abgelassen wird. Ohne Druckausgleich würde der Bierfluss versiegen. Um die Dichtheit des Kegs zu garantieren, sollte nach dem Verschließen des Kegs ein Druck von 1 Bar gegeben werden.

Ein druckloses Abfüllen über die Bierleitung ist mit allen drucklosen Gärbehältern wie z. B. dem Grainfather Conical Fermenter, Brew Monk Edelstahl ZKG oder einem Speidel Gärfass möglich. Der Gärbottich muss beim drucklosen Verfahren höher stehen als das Keg, da das Abfüllen nur mithilfe der Schwerkraft funktioniert.

Abfüllen in Kegs unter Druck:
Closed Transfer/ Pressure Transfer

Neben dem drucklosen Transfer kannst du Bier auch unter Druck über das Getränke-Ventil in den Gärtank füllen („Closed Transfer“ oder „Pressure Transfer“). Dadurch ersparst du dir ein Heben und Bewegen des Gärtanks. Somit kannst du ohne Schwerkraft ins Keg umfüllen.

Mit Ausnahme des Grainfather Conical Fermenters kann ein Pressure Transfer nur mit druckbeständigen Gärtanks durchgeführt werden. Beispiele dafür sind etwa ein mit einem Druckset ausgestatteter Fermzilla oder die Unitanks von Brewtools.

Pressure Transfer mit dem Grainfather Conical Fermenter

Mithilfe des Pressure Transfer Kits und einer NC-Steckkupplung für Bier ist es mit dem Grainfather Conical Fermenter möglich, Bier unter Druck in ein Keg umzuschlauchen. Während des Abfüllens mit dem Pressure Transfer-Kit muss der im Keg entstehende Überdruck mittels Ziehen des Überdruckventils abgelassen werden. Ohne Druckausgleich würde der Bierfluss vom Gärtank ins Keg versiegen. Um die Dichtheit des Kegs zu garantieren, sollte nach dem Verschließen des Kegs ein Druck von 1 Bar gegeben werden.

Pressure Transfer mit dem Fermzilla

Wenn du in einem Fermzilla vergärst, kann dieser für einen Pressure Transfer genutzt werden. Dafür brauchst du neben einer CO2-Quelle und den dazu passendem Druckminderer lediglich ein Umschlauchset.

Wenn du im Fermzilla auch unter Druck vergoren hast, das Bier vor dem Abfüllen also schon fertig karbonisiert ist, muss der Druck im Keg auf das gleiche Niveau gebracht werden wie im Fermzilla(das Keg wird „vorgespannt“). Ansonsten kommt es beim Umschlauchen zu starker Schaumbildung und das Bier entgast. Falls im Fermzilla nicht unter Druck vergoren wurde, kann auf ein exaktes Vorspannen des Kegs verzichtet werden.

Zum Abfüllen verbindest du das NC-Ventil für Bier am Fermzilla mit dem Getränke-Ventil am Keg mithilfe des Umschlauchsets. Danach wird der Fermzilla mit CO2 über das zweite NC-Ventil mit 0,1 Bar Druck beaufschlagt. Durch den leichten zusätzlichen Druck wird das Jungbier aus dem Tank ins Keg gedrückt. Während des Pressure Transfers muss der im Keg entstehende Überdruck mittels Ziehen des Überdruckventils abgelassen werden. Ohne Druckausgleich würde der Bierfluss vom Gärtank ins Keg versiegen. Um die Dichtheit des Kegs zu garantieren, sollte nach dem Verschließen des Kegs ein Druck von 1 Bar gegeben werden.

Abfüllen in Kegs mit dem Gaspendelverfahren / Closed Loop Transfer

Du kannst den Gasverbrauch beim Abfüllen mithilfe des Gaspendelverfahrens („Closed Loop Transfer“) reduzieren. Bei dieser Methode wird das Keg mit etwa 0,1 Bar weniger vorgespannt als Druck im Gärtank herrscht. Sobald du das Keg und den Fermzilla mit dem Umdrück-Set verbunden hast und der Bierschlauch mit Bier gefüllt ist, muss das Gasventil am Keg und das Gasventil am Drucktank mithilfe von 2 grauen NC-Steckkupplungen und einem Bierschlauch miteinander verbunden werden. Der entweichende Druck aus dem Keg drückt dabei direkt das Bier aus dem Drucktank in das Keg. Hierfür muss der Bierschlauch jedoch vom Überdruck im Fermzilla bereits gefüllt worden sein.

Sollte der Druck im Fermzilla nicht ausreichen um die Bierleitung zu füllen, kann der Überdruck im Fermzilla vorab erhöht werden oder es wird nach dem Anstecken der schwarzen Bierkupplungen mit dem Ziehen am Entlüftungsventil des Kegs nachgeholfen, damit sich der Bierschlauch füllt.
Ab dann läuft das Bier durch die Schwerkraft in das Keg und es muss kein CO2 mehr für das Abfüllen verwendet werden. Da das Gaspendelverfahren ja nur mithilfe der Schwerkraft funktioniert, musst du den Drucktank jedoch deutlich höher als das Keg stellen.

Wie weiß ich, wann mein Fass voll ist?

Um herauszufinden, wann dein Fass voll befüllt ist, ist es am einfachsten, das Fass während des Befüllens auf eine Waage zu stellen. Ein Liter Bier wiegt etwa 1 Kilo, somit kannst du mit einer Waage sehr einfach nachvollziehen, wie viel Platz noch in deinem Keg ist.

Wie funktioniert die Karbonisierung im Fass?

Nachgärung im Keg

Genau wie bei der Flaschengärung kannst du auch die Karbonisierung im Keg mittels Nachgärung durch Zugabe von Zucker oder Speise machen. Dabei wird die benötigte Zuckermenge (oder Speisemenge) im Keg vorgelegt und das Jungbier vom Gärtank vorsichtig in das Fass umgeschlaucht. Danach wird das Keg verschlossen. Um die Dichtheit des Kegs zu garantieren, sollte nach dem Verschließen des Kegs ein Druck von 1 Bar gegeben werden.

Eine Nachgärung im Keg hat den Vorteil, dass du auf eine Spundung (Kontrolle und Regulierung des Drucks im Keg) verzichten kannst. Durch die zugegebene Zucker- oder Speisemenge wird das gewünschte Kohlensäure-Level automatisch erreicht.

Nach dem Ende der Nachgärung kann das Fass zur Reifung kalt gestellt werden und danach entweder mit einem Zapfhahn direkt vom Fass oder mit einem Durchlaufkühler gezapft werden. Für beide Arten des Zapfens wird eine CO2-Quelle benötigt.

Zwangskarbonisierung im Keg

Um Bier im Keg ohne Zugabe von Zucker oder Speise zu karbonisieren, musst du es „zwangskarbonisieren“. Dazu verbindest du das Keg nach dem Befüllen mit einer CO2-Quelle und setzt es unter Druck („Spundung“). Der einzustellende Druck („Spundungsdruck“) ist von der Temperatur des Biers und vom gewünschten Kohlensäure-Gehalt abhängig und kann mithilfe unseres Online-Rechners (unter Schankanlagen – Spundungsdruck im Fass) berechnet werden. Wenn z. B. ein Bier bei 10°C Umgebungstemperatur gespundet wird und der gewünschte Kohlensäuregehalt bei 5g/L liegt, muss der Druck auf 1,22 Bar eingestellt werden. Bei 20°C Umgebungstemperatur sind bereits 2,04 Bar notwendig sind, um 5g/L Kohlensäure zu erhalten.

Je höher also die Temperatur des Bieres, desto mehr Druck wird benötigt. Der Druck wird solange auf das Bier gegeben, bis das ganze Bier mit Kohlensäure gesättigt ist (Erreichen des „Sättigungsdrucks“). Wie lange das dauert ist abhängig von den nachfolgend beschriebenen Methoden.

Genaues Einstellen des Spundungsdrucks: Die Set- und Forget-Methode

Bei der Set- and Forget-Methode wird der benötigte Spunddruck am Fass solange angelegt, bis das ganze Bier im Fass mit dem gewünschten Kohlensäuregehalt gesättigt ist. Wie bei der Flaschengärung braucht es auch bei der Zwangskarbonisierung einige Zeit, bis das Bier komplett karbonisiert ist. Abhängig von der Biermenge, Umgebungstemperatur und Füllhöhe im Fass, kann dise einige Tage bis Wochen dauern. Daher ist es sinnvoll, wenn du das Bier sofort nach dem Abfüllen unter Druck setzt. Dadurch laufen die Reifezeit und die benötigte Zeit zum Karbonisieren gleichzeitig ab. Da das CO2 bei der Set- and Forget-Methode für die gesamte Dauer aufgedreht ist, musst du im Vorhinein genau kontrollieren, ob alle Leitungen dicht sind.

Zwangskarbonisieren mit Überdruck:
Die Burst-Carbonation-Methode

Eine schnellere, aber etwas ungenauere Methode für die Zwangskarbonisierung ist die Burst-Carbonation-Methode. Dabei belegst du das kalte Bier für 18-24 Stunden mit einem höheren Druck (2-2,5 Bar). Erst danach wird das Fass mit dem eigentlichen Spundungsdruck belegt. Durch den höheren Druck sättigt sich schneller mehr Kohlensäure im Bier, die Karbonisierungsdauer kann so verkürzt werden. Bei Anwendung dieser Methode ist die Verwendung eines Spundventils unbedingt notwendig. Mit diesem kann der Sättigungsdruck im Fass geprüft und im Fall einer Überkarbonisierung reguliert werden.

Spundventil am Keg

11 Meinungen zu “Bier abfüllen und karbonisieren im Fass – Einstieg ins Kegging

  1. info1 sagt:

    Hallo…
    Danke für die Ausführliche Beschreibung. 1-2 Fragen um den ganzen Prozess der Lagerung/Zwangscarobonisierung/Abfüllung hätte ich noch. Hoffe ihr könnt mir diese auf diese Weise beantworten 🙂

    Hab ein Märzen gebraut bei ca 11-12 ° C – jetzt stabil in 2 Kegs. Dann bei Gärtemperatur auf 5g/l Zwangscarbonisieren und ca 7-10 Tage bei gleicher Temp um die 10 Tage lagern.

    Oder gleich bei 4-5 ° C zwangscarbonisieren (angepasster Druck ist eh klar).

    Danach mit Gegendruck abfüllen und weiter für ein paar Wochen lagern oder lieber im Keg Lagern und kurz vor Genuss abfüllen.

    Kann mann auch 2 Kegs Hintereinander Zwangscabonisieren oder sollte da immer ein eigener Schlauch verwendet werden.

    • Klaus Tscherne sagt:

      Hallo,
      bei welcher Temperatur du zwangskarbonisierst, spielt eigentlich keine Rolle. So lange du den Druck entsprechend anpasst, bekommst du das gleiche Ergebnis. Bei kälterer Reifung/Lagerung hast du den Vorteil, dass dein Bier schneller klar wird und langsamer oxidiert. Somit bekommst du tendenziell auch klareres Bier in die Flasche, wenn du das Bier einige Zeit im KEG reifen lässt, bevor du es in die Flaschen umfüllst. Ansonsten ist es aber egal, ob du dein Bier bereits nach einigen Tagen in Flaschen füllst, oder erst nach Wochen oder Monaten. Was du mit „hintereinander zwangskarbonisieren“ meinst, weiß ich nicht genau. Du kannst auf jeden Fall aus einer Gas-Leitung mithilfe eines y-Verteilers 2 Fässer gleichzeitig karbonisieren, falls du das meinst.
      Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen. LG

      • Ignaz Pöchhacker sagt:

        Hallo!
        Hab da eine Frauge zum Thema Zwangsvarbonisieren mit der Set und Forget Methode.
        Wenn ich Druck und Temperatur genau nach Tabelle einhalte,kann es zu einer Überkarbonisierung kommen,falls ich den Druck die Reifezeit beaufschlagt lasse?
        Danke für Infos ind LG

        • Klaus Tscherne sagt:

          Hallo Ignaz,
          so lange die Temperatur bei der Lagerung deines Biers gleich bleibt, kommt es zu keiner zusätzlichen Karbonisierung, egal wie lange du das Fass mit einem gleichbleibenden Druck beaufschlagst. Das könnte nur dann passieren, wenn sich die Temperatur, bei der du das Bier lagerst, absenkt.
          Liebe Grüße

  2. horst.wittmann sagt:

    Hallo, ich habe eine Frage zum Geschmack. Habe ein paar Sude jetzt in Fässer und Flaschen abgefüllt. Die Fässer hab ich Zwangskarbonatisiert und die haben einen metallischen Geschmack die Flaschen jedoch nicht. Liegt das an den Fässern? Oder mach ich da etwas falsch?
    LG Horst

    • Klaus Tscherne sagt:

      Hallo Horst,
      das Problem kann einige Ursachen haben. Entweder dein Bier im Keg ist schlichtweg noch zu jung und benötigt noch Reifezeit. Auch eine Infektion durch Chlorphenol kann vorliegen (Hygieneproblem), dies verursacht einen medizinisch-metallischen Geschmack („Heftpflaster“). Auch könnte dein Fass eine Obeflächenbeschädigung aufweisen, wenn dein Fass also wieder leer ist, dieses genau inspizieren, Degen, Feder und Sitzventil (Poppetventil) ausbauen und sowohl mit basischen (Chemipro Wash) wie sauren (Chemipro SAN) Mitteln reinigen.
      Das Fehlraroma tritt nicht durch Zwangskarbonisierung auf.

      Ich hoffe, dein Problem löst sich bald.
      LG Klaus

  3. Stefan Jaensch sagt:

    Guten Tag, wir haben schon ein paar mal Bier in unterschiedlich große Keggs abgefüllt. Jeweils richtige Füllhöhe, Fassdruck entsprechend des gewünschten CO2- Gehaltes/Liter und der Lagertemperatur des Keggs eingestellt und dauerhaft über Wochen aufrechterhalten.
    Wenn es dann endlich soweit ist und das Bier getrunken werden soll, kommt der gleiche Aufbau mit unveränderten Einstellungen bei der Gasversorgung zum Einsatz, Kompensatorhahn oben direkt ans Kegg und los gehts.
    Das Ergebnis war immer toll, dennoch hat wir eigentlich immer den Eindruck, dass etwas mehr CO2- Gehalt hätte vorhanden sein können…
    Folgende mögliche Ursachen haben wir im Sinn:
    – grundsätzlich vielleicht etwas zu wenig Druck. Dafür würde das Beipsiel sprechen: Bier bei 8°C mit 1,4bar über Wochen gelagert. Kegg aus dem Kühlschrank, bei Raumtemperatur aufgestellt, Zapfhahn dran und los gezapft…hätte mehr sein können.
    – es kommt vor, dass die Keggs zwischen Lagerkühlschrank und Trink- Ort einige Stunden nicht mehr gekühlt und auch nicht durchgehend mit CO2 aus der Flasche weiter versorgt werden. Reicht dieser Zeitraum aus, um die über Wochen eingetragene CO2- Menge wieder aus dem Bier zu lösen? Höhere Temperatur erfordert mehr Druck, würde im Umkehrschluss bedeuten, steigt die Temperatur beim Transport, sinkt der CO2- Gehalt, besonders, wenn keine Gasflasche angeschlossen wurde. Bekäme man das KURZFRISTIG wieder „in den Griff“? Also Fass nach Transport am Trink- Ort wieder kühlen, Gas drauf mit dem Druck für die Kühltemperatur.

    Was wäre zu tun bei folgendem Ablauf:
    – Bier reift gekühlt bei 8°C mit ca. 1,4bar über Wochen
    – Bier wird über Stunden ungekühlt und ohne Gas transportiert
    – am Trinkort wird das Bierfass nicht gekühlt, sondern es soll ein Durchlaufkühler zum Einsatz kommen
    Welche Druck wäre nun beim Zapfen einzustellen, bzw. macht das so überhaupt Sinn?

    Viele wirre Fragen:-D! Ich freue mich über ein paar Hilfreiche Ideen!
    Prost

    • Klaus Tscherne sagt:

      Servus Stefan,
      sobald das Bier einmal mit CO2 gesättigt ist, bleibt der Druck im Keg enthalten, auch wenn du die CO2-Quelle absteckst. Die Sättigung des Biers mit CO2 erreichst du zumeist nach einer Woche, danach kannst du das CO2 auch wieder abstecken. Wenn die Karbonisierung dir zu gering erscheint, musst du einfach ein bisschen mehr Druck beim Zwangskabonisieren nehmen. Bei Temperaturveränderungen des Biers ändert sich nur der Druck im Fass, jedoch nicht die Karbonisierung. Bsp: Cola: das ist bei 20°C genau so sprudelig wie bei 5°C, nur das Zischen beim Aufmachen einer Flasche ist bei Raumtermperatur viel lauter als im kalten Zustand.
      Den Umstand musst du beim Zapfen bedenken. Wenn das Bier warm wird, brauchst du nicht mehr 1,4bar Zapfdruck, sondern je nach Temperatur 2,5 bis 2,9bar.

      Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen.
      LG Klaus

      • Stefan Jaensch sagt:

        Das mit dem höheren Spundungsdruck werden wir beim nächsten Mal ausprobieren, vielleicht auch „Die Burst-Carbonation-Methode“.

        Eine Sache ist mir noch nicht ganz klar geworden:
        „Bei Temperaturveränderungen des Biers ändert sich nur der Druck im Fass, jedoch nicht die Karbonisierung.“
        –> Die Karbonisierung ist doch vom Druck und dieser wiederum von der Temperatur abhänig oder nicht?

        Das Thema „warmes Bier“ braucht mehr Zapfdruck leuchtet mir ein. Gilt das auch, wenn das Bier aus dem warmen Fass beim Zapfen durch einen Durchlaufkühler fließt?

        Danke im Voraus.
        Schönes Wochenende
        Gruß
        Stefan

        • Klaus Tscherne sagt:

          Servus!
          Wenn dein Bier einmal vollständig karbonisiert ist (z. B. 1 Woche bei 1,4 bar), ändert sich die Menge der gelösten Kohlensäure im Bier danach nicht mehr (geschlossenes System) – außer du lässt über das Überdruckventil Gas ab.
          Wird das Fass wärmer, steigt der Druck im Keg, weil sich das CO₂ ausdehnt – die Karbonisierung bleibt aber gleich.

          Zum Zapfdruck: Der richtet sich (neben anderen Faktoren) vor allem nach der Temperatur des Biers im Fass. Zapfst du warmes Bier durch einen Durchlaufkühler, brauchst du deutlich mehr Zapfdruck, als wenn du bereits vorgekühltes Bier zapfst.

          LG Klaus

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