Wie funktioniert Hopfenstopfen?

Hopfentrub mit Hefe

Wie funktioniert Hopfenstopfen?

Für die Kalthopfung werden üblicherweise Pellets gegenüber Hopfendolden bevorzugt, da diese leichter Dosierbar sind, geringere Bierverluste bringen und bessere Aromaausbeute ermöglichen. Was Hopfenstopfen ist erklären wir Dir im Artikel „Grundlagen zum Hopfenstopfen“.

Wann gibt man den Hopfen zu?

Wie so oft gibt es auch in diesem Punkt viele Meinungen und es ist gut hier seinen eigenen Weg zu finden. Ziel ist es die feinen ätherischen Öle des Hopfens ins Bier zu bringen. Das entstehende CO2 während der aktiven Gärung führt allerdings dazu, dass einige dieser leicht flüchtigen Öle ausgetrieben werden. Wir empfehlen euch daher den Hopfen gegen Ende der aktiven Hauptgärung zuzugeben. Für gewisse Bierstile wie z.B. New England IPAs mag es jedoch durchaus auch sinnvoll sein den Hopfen ausnahmsweise auch während der aktiven Gärung zuzugeben. Hopfen enthält bei der Zugabe Sauerstoff, der im fertigen Bier zu Oxidation führt. Daher ist es ratsam den Hopfen nicht nach komplett beendeter Gärung sondern kurz vor Gärende zuzugeben, da die aktive Hefe den vorhandenen Sauerstoff noch verstoffwechseln kann.

Fazit: Gebt den Hopfen bei Ales nach circa 4-5 Tagen und bei Lagerbieren nach etwa 7-10 Tagen zu.

Wie lange soll der Hopfen im Bier bleiben?

Üblicherweise reichen 2-3 Tage im Gärtemperaturbereich eines Ales (ca. 20°C) und 4-5 Tage Kontaktzeit bei Lagerbieren (ca. 10°C) aus, um eine gute Aromaausbeute zu haben. Dabei lösen sich Hopfenpellets auf und sedimentieren im Laufe der Kontaktzeit, sodass danach das Jungbier ohne allzu viele Hopfenpartikel abgefüllt werden kann. Auch bezüglich der Kontaktzeit gibt es gänzlich unterschiedliche Meinungen, probiert doch einfach mal verschiedene Zeiten aus!

Wie gibt man den Hopfen zu?

Hier gibt es unabhängig von der Wahl zwischen Pellets und Dolden im Wesentlichen zwei Methoden. Ihr könnt den Hopfen einfach lose in den Gärbottich zugeben oder um die Trubstoffe zu minimieren Hopfensäckchen verwenden. Nach einigen Tagen bleiben die meisten der Hopfentrubstoffe durch die natürliche Sedimentation am Boden des Gärgefäßes zurück. Bei der Wahl von Hopfensäckchen empfehlen wir die vorherige Desinfektion durch Abkochen, der Hopfen selbst muss aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung nicht desinfiziert werden.

Achtung, der Hopfen nimmt bei Kontakt mit Bier deutlich an Volumen zu, daher nicht zu viel Hopfen in eure Säckchen packen! Speziell bei Dolden empfehlen wir aufgrund der schlechteren aromatischen Ausbeute etwa 10% mehr Gewicht in Bezug auf Pellets zu verwenden. Damit der Hopfen in den Hopfensäckchen nicht oben aufschwimmt, eignen sich zur Beschwerung abgekochte Glasmurmeln oder Ähnliches.

Wie wird man den Hopfen wieder los?

Hopfen fängt bereits nach kurzer Zeit an zu sedimentieren und die meisten Hopfenpartikel werden sich am Boden des Gärgefäßes ansammeln. Auch die Hopfensäckchen sind nicht 100% dicht weshalb auch hier Hopfentrub ins Bier kommen wird. Grundsätzlich soll gesagt sein, dass es nicht weiter tragisch ist wenn etwas Hopfen mit ins fertige Bier kommt. Man kann also ganz einfach das Bier, nachdem der Hopfen ausreichend damit in Kontakt war, ganz wie üblich abfüllen. Wer ein besonders klares Bier wünscht dem empfehlen wir das Bier nach dem Hopfenstopfen umzuschlauchen (=umfüllen in einen zweiten desinfizierten Gärbehälter). Dabei kann zusätzlich ein sogenannter Monofilamentfilter verwendet werden, der alle Hopfenpartikel zurückhält. Das fertige Bier kann dann aus dem zweiten Gärfass wie gewöhnlich abgefüllt werden.

Wieviel Hopfen braucht man?

Kurz gesagt: Soviel ihr wollt! Üblicherweise werden die Hopfengaben in g/L angegeben und je nach Bierstil Mengen von 0,5g/L bis zu 10g/L verwendet. Da die Kalthopfung allerdings vor allem das Ziel hat die ätherischen Öle zu lösen, macht es durchaus Sinn sich den Gesamtölgehalt jeder Hopfensorte anzusehen. Dieser wird, falls bekannt, in ml/100g angegeben. Daher sollten Stopfgaben sinnvollerweise in mg/L (Ölgehalt/Liter Bier) berechnet werden. Um zum Beispiel die Aromaintensität einer Stopfgabe von 1g Citra pro Liter mit einem Ölgehalt von 2,5ml/100g zu erreichen, müsste man die 2,5fache Menge von deutschem Cascade mit 1ml/100g verwenden.

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